Digitalisieren - was ist besser Scannen oder Abfotografieren
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Digitalisierung analoger Medien - Dias, Negativfilm

Scannen vs Abfotografieren

Dias und Negativfilme werden digitalisiert um aus den Digitaldateien Fotobücher erstellen zu lassen oder diese direkt auf den neuen Medien betrachten zu können. Die Digitalisierung kann durch 2 Technologien realisiert werden, Scannen und Abfotografieren.
Der Scanner tastet die Bildvorlage zeilenweise mit einer Fotodiode ab. Beim Abfotografieren fangen tausende Fotozellen das reflektierte Licht der Bildvorlage in zehntel Sekunden ein.
Scanner erzielten zum Anfang der digitalen Fotografie die besseren Ergebnisse. Zu erwähnen wären die legendären Scanner von Nikon, die noch heute weit über dem Verkaufspreis gehandelt werden. 2010 hat Nikon die Produktion und Weiterentwicklung dieser erfolgreichen Scanner eingestellt. Aus heutiger Sicht eine kluge Entscheidung, weil durch Abfotografieren mit jetzigen Vollformatsensoren in den Kamareas die gleiche Qualität in viel kürzerer Zeit erreicht werden kann. Auch das Google Books Library Project digitalisiert Bücher und Zeitschriften durch Abfotografieren.
Neben dem Zeitfaktor unterscheiden sich die beiden Verfahren in der Handhabung der Staubablagerungen auf den Digitalisierungsvorlagen. Höher entwickelte Scanner tasten nach dem normalen Scanvorgang die Vorlage noch einmal mit einem Infrarotsignal ab. Dieses erkennt Erhebungen auf der Vorlage und kann dann mit einem Softwareprogramm die betroffenen Stellen mit benachbarten Pixeln aus der Vorlage auswechseln. Bei verglasten Dias mit Staub unter dem Glas geht das leider nicht, weil das Infrarotsignal keine Erhebungen erfassen kann. Auch bei schwarzweiß Negativfilm versagt das Verfahren, weil die in der Filmemulsion enthaltenen Silberpartikel das Infrarotsignal reflektieren und so als Staub interpretiert werden.
Um Staubabbildungen beim Abfotografieren zu verhindern, muss vorher gut geputzt werden. Dabei geht es aber nur um Staub, der fusselgröße erreicht. Winziger Staub, der auch flächendeckend abgelagert sein kann, wird bei einer gut angepassten Objektbeleuchtung nicht erfasst. Das trifft auch für nicht zu übersehende Fingerabdrücke zu, siehe dazu diese Videos:

dias scannen
Staubabbildung beim Abfotografieren
negative scannen
Fingerabdruck beim Abfotografieren

Wie von uns durchgeführte Digitalisierungstests gezeigt haben, arbeiten die großen deutschen Digitaliserungsfirmen alle mit dem Abfotografierverfahren. Seltsamerweise gibt das aber niemand zu. Ein sehr bekanntes Kölner Unternehmen hat angeblich eine Digitalisierungsmaschine erfunden, die in sekundenschnelle Dias digitalisiert, auch hier wird nachweislich abfotografiert. Ein Unternehmen aus Berlin behauptet sogar mit Scanner zu arbeiten, die 600 Dias pro Stunde scannen. Sagenhaft, so schnell ist man noch nicht einmal mit Abfotografieren.

dias_negativfilm_digitalisierer
Digitalisierungsvorrichtung
apsfilm_buehne
spezielle Bühne für APS-Filme

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Kommentare (1)

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willesagt...

ha, ha, ein Scanner der 600 Dias pro Stunde scannt und ich kämpfe gerade mit einem Scanner für 200€ der pro Scan 50 Sekunden braucht und keine zufriedenen Ergebnisse bringt. Ich neige jetzt auch zum Abfotografieren, aber wenn ich hier die Bilder und Videos sehe, wird eine solche Investition für nur 1200 Dias wahrscheinlich nicht sinnvoll sein, da sollte man wohl doch einen Service beauftragen. Kennt jemand die Firma mit den sagenhaft schnellen Scans? Auch wenn das nicht stimmen kann, möchte ich mal wissen, was die für Preise haben.